Impfen

Impfungen sind hochwirksame Verhinderer vieler Krankheiten.

Sie schützen vor allem

  • vor solchen Krankheiten, die durch rasches Verbreiten bei häufig schwerwiegendem Krankheitsverlauf mit möglichen tödlichen Folgen
    (z.B. Diphtherie = Herzschwäche, z.B. Hirnentzündung bei Masern, Grippe = z.B. Lungenentzündung) für viele gefährlich sind oder
  • vor solchen Krankheiten, die beim Einzelnen im Verletzungsfall oder Entzündungsfall zu schwerwiegenden Verläufen
    (z.B. Wundstarrkrampf, Hirnhautentzündung, Gebärmutterhalskrebs) mit Behinderung oder Tod führen können.

Sie schützen besonders

  • ungeborenes Leben (Grippe, Windpocken, Röteln, Hepatitis B).
  • Immunschwache oder Chemotherapiepatienten (können z. T. nicht geimpft werden).

Die sogenannten Kinderkrankheiten sind weder ausschließlich Kinder-Krankheiten noch harmlos.Je mehr Kinder und Erwachsene ungeimpft bleiben, desto wahrscheinlicher ist mit der Wiederausbreitung dieser Krankheiten und mit häufigen schwerwiegenden Verläufen zu rechnen (siehe Masern in Süddeutschland und Berlin, siehe Kinderlähmung in Syrien).
Merke: Derjenige, der nicht geimpft ist, kann nur so lange vom Schutz durch seine Mitmenschen profitieren, wie sich genügend andere Mitmenschen impfen lassen.
Jede Impfung erfolgt zur Vorbeugung gegen Krankheiten durch Aufbau körpereigener Abwehrkräfte gegen Keime.
Die heute eingesetzten Impfstoffe sind sicher. An allgemeinen Reaktionen kommen vor: Fieber (bis 20% je nach Impfung), Schmerzen, Rötung oder Schwellung am Impfort, gelegentlich Lymphknotenschwellung, Ausschläge (häufiger bei Windpocken, Masern), Erbrechen, grippeähnliche Symptome wie Kopf- oder Muskelschmerzen, Müdigkeit, selten Allergie, sehr selten Schocksymptome.

Nicht geimpft werden:

  • Personen mit akut fieberhaften Erkrankungen (außer Wundstarrkrampf im Verletzungsfall).
  • Personen 2 Wochen vor geplanter Operation.
  • Personen mit Impfstoffen, gegen deren Bestandteile sie allergisch sind (Masern, Mumps, Röteln bei nachgewiesener Hühnereiweißallergie), bei bekannter Konservierungsmittelallergie bzw. bei Allergie gegen Streptomycin, Neomycin, Framycetin o.ä. in den vorgesehenen Impfstoffen.

Alle sollen mindestens 3 x gegen Wundstarrkrampf (Tetanus), Diphtherie und 4 x gegen Kinderlähmung (Polio) geimpft sein.
Säuglinge bzw. Kleinkinder sollen mit Kombinationsimpfstoffen auch 4x gegen Keuchhusten geimpft werden ebenso wie gegen Hepatitis B, HIB und gegen Pneumokokken.
Für  unter 1/2 – jährige Säuglinge wird Impfschutz gegen Rotaviren empfohlen.
Auch sollten Kinder frühzeitig 2 x gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken und 1 x gegen Meningokokken C geimpft sein.
Bei Älteren ist die alle 10 Jahre notwendige Tetanus-Diptherie-Impfung 1x mit Keuchhustenimpfanteil zu kombinieren.
Gegen die Infektion mit humanen Papilloma-Viren (HPV) sollten Mädchen und Jungen ab 9 Jahren zur Verhinderung von Entzündungen und Krebs (z.B. Gebärmutterhals, Zunge, Kehlkopf, Penis) geimpft werden.
Frauen sollten im gebärfähigen Alter alle 10 Jahre und vor Schwangerschaft gegen Keuchhusten bzw. Eltern und Betreuer ggf. spätestens nach Geburt eines Kindes gegen Keuchhusten geimpft werden. Frauen mit Kinderwunsch ohne Windpocken in der Vorgeschichte sollen nach negativer Testung gegen Windpocken geimpft werden.
Alle nach 1970 geborenen sollten eine Masernimpfung (als MMR–Impfung) erhalten, wenn keine oder nur 1 Impfung dokumentiert ist.
Schwangere sind im 2. Drittel der Schwangerschaft gegen Grippe zu impfen (Ggf. im 1. Drittel impfen, wenn besondere Notwendigkeit).
Ab 60 Jahren sollen alle Personen gegen Herpes-Zoster-Virus und Pneumokokken und jährlich gegen Grippe geimpft werden. Bei einigen chronischen Krankheiten ist Impfen gegen Grippe, Herpes-Zoster-Virus und Pneumokokken auch in jüngerem Alter erforderlich, und diese Impfungen sind gegebenenfalls zu wiederholen.